Neueste Pressemeldung 26.10.07


Barocke Tänzer zu vier Hufen - Ein Portrait Deutschlands einziger Hofreitschule
 
Gekrönte Häupter auf edlen Rössern in höfischem Glanz – was dem General bei Paraden gut zu Gesichte stand, rettete ihm in der Schlacht nicht selten das Leben, die Reitkunst war die kunstvolle Weiterführung der Nahkampfreitweise. Krieg und Kunst lagen zur Barockzeit noch eng beieinander.
250 Jahre nach ihrer Blütezeit erlebt die „Kunst sich zu Pferde zu tummeln“ eine Renaissance. An Deutschlands einziger Hofreitschule im niedersächsischen Bückeburg erstrahlt das Kulturerbe in neuem Glanz.
 
Jeden Morgen um halb sieben ist die Nacht der Hofbereiter in der Fürstenresidenz am Fuße des Weserberglandes zu Ende. Der Radiowecker säuselt und ruft zur Stallarbeit. Die achtzehn Fürstlichen Hengste im Marstall hingegen verlassen sich ganz auf ihre Innere Uhr - in einer halben Stunde werden sie zu scharren und wiehern beginnen und mit verschlafenen Augen dem Tagwerk entgegenblinzeln.
 
Christin Krischke ist die Erste Oberbereiterin, und erscheint erstaunlich adrett zum Stalldienst. „Immer wieder begegnet man schon morgens Frühangereisten, da muss man ordentlich aussehen, auch wenn wir erst ab zehn Kostümpflicht haben.“
 
Zweimal täglich werden die historischen Stallungen vollkommen gereinigt, „die Besucher empfinden Stallgeruch als lästig und wenn sich unsere Hengste nach dem Frühstück zum Nickerchen ins Strohbett legen und ungeachtet der Besucher schnarchen und träumen, dann sollen ihre Nüstern in sauberem Stroh ruhen dürfen.“
Die großen Boxen der vierbeinigen Prinzen sind nach südfranzösischem Vorbild nur zur Hälfte mit Stroh eingestreut, „eine Art Zweizimmerwohnung, Wohnküche mit Schlafklo.“
Hofbereiterin Diana Krischke erklärt gerne, wie man die Hengste stubenrein erzieht. „ Jeder hat sein Eckchen, wohin er äppelt. Es bleibt immer ein frisches Häufchen als Anhaltspunkt liegen und manchen legt man ein paar Äppel vom Nachbarn dazu, dass erhöht die Trefferquote ungemein.“
In der anderen Hälfte seines Stalls, dem „Esszimmer“, steht der Fürstliche Hengst zum Wohle seiner Hufe auf hartem, kaltem und trockenem Steinboden. „Aus zwei Boxen wurde bei den Umbauarbeiten je eine gemacht, jede zweite Trennwand herausgenommen. Früher mussten sich die Pferde eben mit weniger Platz bescheiden. „
 
Genüssliches Mampfen, Schnauben und Schmatzen hallt durch die Stallgassen und während sich die Hengste längst ein Verdauungsschläfchen gönnen, wird noch Staub gewischt.
Erst wenn der Marstall blitzt und alle Pferde versorgt sind, treffen sich die Hofbereiter zum gemeinsamen Frühstück. Der Tagesablauf und die Vorführungen werden besprochen und der Plan wird erstellt, welches Pferd wann auf einer der drei Koppeln gestellt wird.
Eine logistische Meisterleistung und ein Balanceakt zwischen dem Wunsch der Gäste, die Pferde in ihrem Marstall zu sehen und dem Drang der Hengste, sich im frischen Grün auszutoben und „Sonne zu tanken“.
 
Und dann werfen sie sich in Schale: In Gold- und Brauntönen sind die Brokatwesten und Jacken gehalten, mit Stickereien, Borten und goldenen Knöpfen verziert.
„Kostüme sind bei uns Verschleißartikel, es gibt jedes Jahr neue. Es war nicht leicht, eine Schneiderei dafür zu finden, die meisten sind auf die Fertigung hochnobler Gewänder für Opern und Theater spezialisiert, wie wir sie auch im Schrank hängen haben, die aber für die tägliche Arbeit zu unbequem und teuer sind.“
Gamaschen aus schwarzem, weichen Leder, die bis weit über das Knie reichen, lederne Stiefelschoner für den Sporenriemen und der Dreispitzhut vervollständigen optisch die Zeitreise.
Noch rasch die Rüschenkragen und –ärmel einknöpfen und um zehn geht es wieder hinaus in den Marstall.
 
Im 1610 erbauten Marstallmuseum vergnügen sich zu dieser Zeit schon die ersten Gäste und probieren die vielen unterschiedlichen Sättel aus oder stehen staunend vor einer der schönen Themenvitrinen über die Geschichte der Reiterei mit wertvollen Exponaten des Fürstenhauses.
 
Dem heutigen Fürsten begegnet man auf dem Schlossgelände beinahe täglich. Zwar schätzt Alexander Fürst zu Schaumburg Lippe Pferdestärken zum Eigenbedarf mehr unter glänzenden Motorhauben, doch betont er gerne seinen Stolz auf die Wiederbelebung der alten Familien-Tradition: „Mit der Hofreitschule ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk barocker Kulturgeschichte entstanden.“
 
Seinem Urahn Graf Wilhelm gelang es um 1760 mit einem durchdachten Artillerie-Feldzug Portugal von den Spaniern zu befreien, ein Umstand, für den man ihn mit einem ganzen Stadtteil Lissabons beschenkte.
In den folgenden Jahren importierte der Graf eine für damalige Verhältnisse unvorstellbare Zahl an spanischen, portugiesischen und Berberpferden, mit denen er sich eine eigene Pferdezucht aufbaute und die er an seiner Hofreitschule in Bückeburg unter Hofreitmeister d´Oleynetta die Reitkunst das Tummeln lehren ließ.
Seine Leibgarde umfasste zu besten Zeiten 180 Mann und war ausschließlich mit schwarzen Andalusierhengsten ausgerüstet, aufgrund ihrer Schlagkraft, ihres Mutes und ihrer Furchteinflößenden Erscheinung wurden sie bei ihren Feinden nur die „Schwarzen Teufel von Bückeburg“ genannt.
 
Seit 2004 stehen wieder Andalusier, Lusitanos und Berber im Marstall, Seite an Seite mit den im Barock so begehrten weißgeborenen oder getupften Dänen und den Kaiserschimmeln aus Lipizza und Kladruby. „Über die Ursprünglichste dieser Rassen, den nordafrikanischen Berber, sind diese Pferde alle miteinander verwandt, „ erklärt Christin Krischke und lässt ihren hochprämierten Berberhengst Raisulih auch schon einmal von Besuchern streicheln.
 
Alle acht heute noch existierenden Barockpferderassen zeigen die Hofbereiter in der neuen „Parade der Fürstenpferde“, doch das ist nur eine von drei Lebendigen Führungen, die die Hofreitschule für ihre Gäste bereithält. In der beinahe täglich stattfindenden „Reitkunstvorführung“ tanzen die Hengste wie in früheren „Rossballets“ ihre Kapriolen und Pirouetten.
In der „Gala der Künste“ entführen die Hofbereiter ihre bis zu 250 Gäste jeden ersten Sonntag im Monat und auch am Pfingstsonntag in die unterschiedlichsten Epochen und Kulturkreise – „es sind die Pferde, die alle Menschen verbinden“ ist der Rote Faden, der durch das anderthalbstündige Programm führt.
 
Doch ehe sie in den Sattel steigen widmen sich die Hofbereiter ihren Pferden noch einmal mit gewissenhafter Akribie.
Eine Stunde bis zur Vorstellung, da muss jeder Handgriff sitzen. Flinke Hände flechten seidige Mähnen zu kunstvollen Zöpfen, striegeln, wienern und polieren, damit alles in fürstlichem Glanze erstrahlt. Die originalgetreuen Schulsättel und die messingverbrämten Zaumzeuge werden angepasst, die Hufe geölt und ein weiteres Mal die Stallgasse gefegt – dann geht es endlich los.
 
Im 400 Jahre alten Reithaus erfahren die Gäste, was die barocke Reitkunst ausmacht. So war es das erklärte Ziel die Pferde einhändig in allen Schulen und Touren reiten zu können, wollte man doch die rechte Hand frei haben zum Gebrauch einer Waffe.
Und genau das zeigt die Hofreitschule und ist die einzige Institution weltweit, die die barocke Fechtkunst zu Pferde aufbereitet. Mit dem Glockendegen rücken sich die Hofbereiter zu Leibe und versetzen ihre Hengste in den für die Barockzeit so typischen Schaukelgalopp auf der Stelle, die Courbetten.
„Die barocke Reitkunst kann man heute nur noch erlernen, indem man die 250 Jahre alten Büchern rekonstruiert, und man muss Acht geben, dass die schönen Figuren und Bewegungen nicht „künstlich“ werden, darum prüfen wir täglich, ob die Reitkunst noch für das taugt, wofür sie einst erfunden wurde – den Nahkampf zu Pferd.“ Engagiert und enthusiastisch begründet Wolfgang Krischke, warum die Pferde seitwärts und sogar rückwärts galoppieren können mussten, und wie man sich als Reiter mittels einer „Repulon“ genannten Vorhanddrehung im Galopp den Gegner auf Abstand halten konnte.
 
Seine Tochter Diana Krischke hat im fliederblauen Seidenkleid „schicklich beide Beine auf die linke Seite des Pferdes gelegt“, sie reitet im Damensattel.
In Piaffen, Passagen und Pirouetten zeigt ihr fünfzehnjähriger Genetenhengst, was die Alten Meister mit dem „Prinzip der Freiwilligkeit“ beschrieben. Er führt die Hufe in anmutigem Bogen durch die Luft, erhebt sich unter vor Konzentration gekräuselten Brauen auf die Hinterbeine und tanzt um die geschmückte Säule in der Bahnmitte, den Pilaren, in akrobatischer Leichtigkeit.
Und dies scheinbar ohne Zutun seiner Reiterin, die entspannt lächelnd dem Tanze beiwohnt. „Stets gilt es, dem edlen Rosse zu schmeicheln, woher soll es sonst wissen, wann es uns gefällt? Die Stimme ist des Reiters wichtigstes Hilfsmittel, kann solch ein Professor zu vier Hufen doch mitunter sechzig verschiedene Kommandos auseinander halten.“
 
Zur Barockzeit waren es vor allem die ausgefallenen Farbschläge, die die Adelshöfe verzückten: Getupfte und Gescheckte, Goldene und Perlfarbene - Sie verkörperten das Extravagante, exklusiven Luxus und höfischen Prunk. Geradezu obsessiv war die Begeisterung des Kurfürsten zu Hannover für Pferde, die ohne ein dunkles Haar zur Welt kommen, sogenannte Weißgeborene.
Er trieb europaweit die Preise dermaßen in die Höhe, dass alsbald für eine solche Rarität dessen Eigengewicht in Gold bezahlt wurde. Das konnte sich nur der Hochadel leisten und so zogen „Herrenhäuser Weißgeborene“ die Staatskarossen der Kaiser und Könige.
 
Heute entstehen diese genetischen Wunderwerke noch in der Zucht der dänischen Knabstrupper. Drei der Bückeburger Schulhengste stammen aus dem emsländischen Knabstruppergestüt „aus der Schützenden Hand“, das sich ganz dem barocken original Knabstrupper verschrieben hat.
Der Weißgeborene Pares scheint um seine Exklusivität zu wissen. Als Jahrhundertspringer angekündigt, vollführt er an der Hand des Hofreitmeisters die Schulen über der Erde, die Königsdisziplin der barocken Reitkunst.
Im tosenden Applaus katapultiert er sich steil in die Luft und keilt auf dem höchsten Punkt seiner Flugbahn kräftig aus – die Kapriole zeigt einmal mehr den Ursprung im Nahkampf – konnten die Streitrösser sich doch mit so einem Satz des umzingelnden Fußvolkes erwehren.
 
Im Gespräch mit den Gästen nach der Vorführung gehen die Hofbereiter auf die Fragen ein, sie erklären, dass man es im Barock als Kunst verstand, ein Pferd ohne Zwang zu schulen, und dass es auch der Ehrgeiz der Fürstlichen Hofreitschule ist, zwanglos auszubilden „Zwingen kann jeder, das ist kunstlos.“
 
Sind dann alle Fürstlichen Hengste wieder in ihren Stallungen, wiederholt sich der morgendliche Trubel um Hafer, Gerste und Heu, Äppelhäufchen werden dekoriert, Strohbetten gereinigt und aufgeschüttelt und Streicheleinheiten verabreicht.
 
Erst gegen 19 Uhr ist dann auch die abendliche Stallarbeit getan, nach zwölf Stunden haben sich die Hofbereiter ihren Feierabend verdient. „Urlaub? Gibt’s nicht!“ Ganz deutlich stellt der Hofreitmeister den Bewegungsbedarf der Pferde vor die eigene Freizeit. „Wenn wir an einem Tag mit zwei Vorführungen nicht Zeit für jeden der Schulhengste haben, dann kommen die anderen stundenweise auf die Koppeln. Nacheinander, denn als Hengste sind sie Einzelgänger.“
 
Dann kehrt endlich Ruhe im Marstall des Schlosses zu Bückeburg ein, die temperamentvollen Schulhengste widmen sich der Verdauung und können sich auf Ungestörtheit verlassen: „Wenn nicht etwas wirklich Ungewöhnliches vorfällt, zum Beispiel einer der Jungs nachts spazieren geht, weil seine Stalltür nicht richtig verschlossen war, hat bis morgen früh um sieben niemand etwas im Stall zu suchen!“
 
Für diese Notfälle wohnen Christin und Wolfgang Krischke direkt nebenan und werden dann ab und zu einmal von der Alarmanlage geweckt, statt durch die leise Musik des Radioweckes.
 
Die Fürstliche Hofreitschule
Schlossplatz 7b
31675 Bückeburg
Öffnungszeiten: ganzjährig täglich außer montags, 10 bis 17 Uhr,
Vorführungstermine bitte telefonisch erfragen unter 05722-89 83 50 oder im Internet unter www.hofreitschule.de
 
 
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Neue "alte" Wege der Pferdeschulung – Reitkunstseminare in der Fürstlichen Hofreitschule
 
Zum fünften Mal werden im Winter die begehrten "Reitkunstseminare" im geheizten Reithaus der Hofreitschule in Bückeburg angeboten. Für Reiter und Pferdefreunde ist es nicht nur gesellschaftliches Muss, sondern auch ein elementarer Beitrag zur Bildung, den Hofbereitern bei der Entwicklung der Reitkunst zuzuschauen. Mit vielen wunderschönen Pferden und Reitern "wie Du und ich" zeigen Christin und Wolfgang Krischke Wege, die ohne den heute im Sport üblichen Zwang zu höchsten Erfolgen im Einklang mit dem Pferd führen.
Nach den Prinzipien der bereits im Barock in Frankreich formulierten "Leichtigkeit" (Légèreté) lernen Pferd und Reiter zunächst einen unablässig freundlichen Umgangston und die "Learn-to-learn"-Motivation kennen.
Im ersten Seminar am ersten Samstag im November dreht sich alles um die Gymnastik des Reitpferdes und die richtige, nicht störende Hilfengebung des Reiters. Anhand vieler Beispiele werden die häufigsten Fehler und ihre einfache Vermeidung veranschaulicht und der Blick der Zuschauer für das Wesentliche geschult. Neben den vier Seitengängen und den Grundgangarten steht einiges an geschichtlichem Pensum zur Vermittlung an, erste Oberbereiterin Christin Krischke hat übersichtliches Lehrmaterial zusammengestellt und gibt zum Beispiel auch interessante Buchtipps.
In den Wintermonaten lädt Deutschlands einzige Hofreitschule Reiter und Pferdefreunde ein, hinter die Kulissen zu schauen.
Wie die perfekten Übungen mit den schönen Pferden einstudiert werden und wie die Bereiter ihre Künste erlernen, zeigen die Hofreitmeister ausführlich in öffentlichen Reitkunstseminaren (Voranmeldung auch für Zuschauer nötig).
Die Hofreitschule betrachtet die Seminare als einen Beitrag zur Verbesserung der Verständigung zwischen Mensch und Pferd, „Gleich welche Reiterei die Zuschauer betreiben, wir regen zum Nachdenken an und verstehen und als Anwälte der Pferde.“ erklärt Hofreitmeister Wolfgang Krischke die für eine Hofreitschule ungewöhnliche Öffentlichkeitsarbeit.
Endlich werden modern gewordene Begrifflichkeiten wie “Reitkunst”, “Barockreiten” und “Barockpferde” in korrekten Zusammenhang gebracht.
Die grundsätzliche und spezifische Beurteilung der teilnehmenden Pferde an Körperbau, Charakter und Eignung führt den Zuschauern die gewissenhafte Analyse vor Augen, die am Anfang jeder reiterlichen Bemühung stehen sollte.
Die Hofreitmeister schildern, wie der Interessierte mit seinem Pferd ganz bei Null anfängt die Philosophie der Reitkunst umzusetzen, wie Konzeptionelles Reiten (“Reiten mit Plan”) funktioniert und die Pferde ausgelasteter, glücklicher und kooperativer macht.
Die vermittelten Lektionen beschränken sich zunächst auf die Grundlagen: Bahnfiguren zu Biegung und Geraderichten des Pferdes und der genauen Erklärung der Seitengänge Schulterherein, Travers, Renvers und Traversale mit Nutzen und möglichen Fehlerquellen. Die Reiter werden zu einem realistischen Selbstbild geführt und lernen, sich realistische Etappenziele zu setzen. Beim abendlichen Diskussionsforum können die Zuschauer zu ihren Erfahrungen und Fragen den fachkundigen Rat der Hofreitmeister einholen.
Zum gesamtheitlichen Verständnis des Pferdes hat die Hofreitschule zwei Koryphäen in weiteren Fachgebieten eingeladen: Physiotherapie bei Pferden führt Klaus Steffan vom Therapiehof Steffan in Hobbensen aus Bückeburg an Hengsten der Hofreitschule vor und über Zahngesundheit bei Reitpferden referiert anschaulich Dr. vet. Böttcher aus Petershagen.
Am ersten Samstag im Januar geht es beim zweiten Seminar der insgesamt vierteiligen Reihe um die Französische Reitkunst, die “Leichtigkeit der Hilfen” in der Praxis. Die Alten Meister werden beleuchtet ihre Zitate dem Praxistest unterzogen. Die Wurzeln der Reitkunst und die Auswirkungen der Frz. Revolution in Zusammenhang gebracht. Auch die Funktionalität damaliger Reitausrüstung und eine Ausführung zur Geschichte des Reitersitzes gehören zum theoretischen Seminarteil.
Häufig zitierte, aber selten verstandene Begriffe wie Durchlässigkeit, Légereté, Nachgeben auf Ehrenwort entstammen der Französischen Reitkunst und werden von den Hofbereitern anschaulich erklärt und mit den Bereiter-Schülern geübt. Für jedes Pferd wird eine individuelle Skala von Hilfen und Lob erarbeitet, die sich von den Zuschauern auch auf ihre eigenen Erfahrungen übertragen lässt.
Die Lektionen dieses Seminars umfassen die schwierigeren Bahnfiguren in Seitengängen und Galopp-Pirouetten sowie die Grundlagen der einhändigen Zügelführung. Seminar 3 und 4 sind jeweils am ersten Samstag im Februar und März und behandeln die fortgeschrittenen Themen "Kunstgangarten, Piaffe, Passage un Tummeln" und die "Angewandte Reitkunst und Schulen über der Erde".
 
Der Besuch kostet den Zuschauer 90 Euro. Im beheizten Reithaus werden von 9 bis 17 Uhr neben den theoretischen und historischen Ausführungen und dem Beiwohnen bei den reiterlichen Übungen mit zehn Bereiter-Schülern auch ein Frühstücks- und Mittagsbuffet von Müchenmeister Edgar Miller vom Ratskeller Bückeburg geboten.
Die Zuschauerzahl ist auf 100 begrenzt, Eintrittskarten können bis zum Vortag der Veranstaltung telefonisch bestellt (Servicehotline 05722-89 83 50) oder vor Ort gekauft werden.